Was bedeutet Reenactment?

Es gibt in der Mittelalterszene die englischen Begriffe „reenactment“ und auch „living history„, wobei letzteres vielleicht am besten beschreibt, was wir möchten: nämlich Geschichte lebendig werden lassen.

Das heißt aber nicht nur abstrakt die Zeit wiederzubeleben, sondern auch die Personen dieser Epoche – mit ihrer Kleidung, ihren Alltagsgegenständen, ihren Gewohnheiten – wieder „sichtbar“ zu machen. Das ist unser Ziel.

In den Infoseiten findest Du verschiedene Bereiche, die sich mit der Gegend, der Zeit, der Ausrüstung und natürlich auch der Bewaffnung beschäftigen, wobei wir betonen wollen, dass wir nicht wissenschaftlich, sondern zum Zeitvertreib und hobbymäßig interessiert sind (was nicht heißt, dass man sich nicht fundiert informieren sollte) und sich unsere Webseite entsprechend auch an Gleichgesinnte richtet.

Personen darstellen?

Die Menschen des Mittelalters hatten ihren genauen Platz in der Gesellschaft und diese bestand aus mehr als nur „Burgherr“ und „Burgfräulein“. Man kann mit ein bisschen Recherche auch andere Personen dieser Zeit glaubhaft darstellen, wie etwa Handwerker, Bauern, Dienstleute eines Fürsten, Mägde, Nonnen oder einen weitgereisten Kaufmann.

Dazu sucht man sich am besten einen Charakter aus, der einem am ehesten „liegt“, also nicht nur einen Namen, sondern dazu gleich Stand und Beruf, um diesen dann wiederzugeben. So kann das Leben von damals genauer und vielfältiger vor unseren Augen wieder erstehen, für uns selbst und alle, die Spaß und Interesse am Mittelalter haben.

Natürlich zwingt einen niemand zu einer solchen festgelegten Darstellung, es hat sich aber gezeigt, dass ohne die drei Fragen: wer bist Du, wann und wo hast Du gelebt? – die wesentlichen Elemente einer glaubwürdigen Darstellung fehlen. Man wird zum „Mittelaltermarkt-Wolpertinger“ – vergleichbar mit einem modernen Menschen, der z.B. Werkstattblaumann mit Smoking-Jacke und Gehrock, Wanderstiefeln und Tirolerhut gleichzeitig anzieht, d.h. eine beliebige Kombination von regional, zeitlich und gesellschaftlich nicht stimmigen Elementen.

Dass man nicht von Anfang an vollkommen stimmig und historisch korrekt sein kann, ist dabei völlig normal, selbst nach vielen Jahren ist das noch ein ständig veränderlicher Prozess. Eine Gruppe wie unsere kann aber – weil die „alten Hasen“ einen Haufen Lehrgeld bezahlt haben und auch schon auf viel Unsinn hereingefallen sind – dabei helfen, einiges zu sparen und vielleicht auch wertvolle Tipps geben, Schnittmuster oder Bücher ausleihen, Weblinks zeigen etc. und natürlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.